... existiert seit 1946 und seit 1952 werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Österreich war 1957, das erste Mal in Belgien als Gastnation bei einer Weltmeisterschaft dabei.
Die 5 Disziplinen werden möglichst immer in derselben Reihenfolge ausgetragen: Schiessen, Hindernisbahn, Hindernisschwimmen, Werfen, 8 km Crosslauf.
Militärischer Fünfkampf ist nicht olympisch. und wird dies in dieser Form wegen dem organisatorischen und zeitlichen Aufwand wohl nie werden. Das Schiessen und Werfen z.B. ziehen sich bie einer WM mit rund 200 Teilnehmern über den ganzen Tag hin. Genauso wie der Moderne Fünfkampf hat sich der Militärische Fünfkampf aus dem Militärwesen entwickelt. Laut der Eidg. Sportschule Magglingen stellt der Militärische Fünfkampf die körperlich vielseitigste und kompletteste Sportart überhaupt dar und dies bereits mit 4 von 5 Disziplinen.
Diese vielseitigen Anforderungen machen aber gerade den Reiz des Militärischen Fünfkampfs aus. Ein perfekter Kombinierer ist gefragt. Die Komplexität des Militärischen Fünfkampfs ergibt sich dagegen nicht nur aufgrund der gegensätzlichen Disziplinen, sondern auch durch die Kombination unterschiedlicher Leistungsanforderungen innerhalb einer Disziplin.
So ist z.B. beim Schiessen Konzentration mit Entspannung (tiefer Muskeltonus) gefragt, während beim Werfen nebst höchster Koordination die Konzentration mit hohem Muskeltonus erforderlich ist. Speziell der Zielwurf mit den 550 g Wurfkörpern (Frauen 330 g) dürfte zu den schwierigsten Wurfformen überhaupt gehören: nirgendwo sonst ist beim Werfen eines relativ schweren Gewichts eine feinmotorische/koordinative Leistung zum Treffen eines Zieles erforderlich, da überall (z.b. Speer, Hammer, Diskus) lediglich Sektoren einzuhalten sind. Bis der Körper sich an diese unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Anforderungen gewöhnt hat und die nötigen Adaptionen macht, dauert es mehrere Jahre.
Das Schießen
Distanz: Waffe: Scheibe: Programm:
Weltrekord: Ö-Rekord:
200m Matchgewehr (UIT) Zehnerringscheibe
5Schuss Probe 10 Schuss Präzisionsschiessen 10 min 10 Schuss Schnellfeuer 1 min 200 Ringe 200 Ringe (Palma Stefano)
Militärischer Fünfkampf beginnt normalerweise mit dem Schiesswettkampf. Nebst hoher Konzentration ist eine gute Entspannungsfähigkeit gefragt, dies im Gegensatz zu den vier anderen, körperlich anstrengenderen Disziplinen. Speziell im Vergleich zu anderen Schiesswettbewerben ist die Distanz von 200 m und das Schnellfeuer, wo 10 Schuss in 60 Sekunden abgegeben werden müssen. Dies ergibt sehr wenig Zeit für Ladevorgang, Zielvorgang und Schussabgabe
Der Hindernislauf
Distanz: Hindernisse: Weltrekord: Ö-Rekord:
5oo m (2 Bahnen) 20 Stk (genormt) 2:11,9 2:12,0 (Kaiser Günter)
Eine Hindernisbahn hat 2 oder 3 Bahnen, auf denen jeweils ungefähr gleich schnelle Athleten gegeneinander starten. Die Hindernisse sind in Reihenfolge und Massen international standardisiert. Die Anlage enthält 1-4 Kurven. Die Frauen lassen die 4 hohen Sprunghindernisse weg. Die Hindernisbahn gehört als Königsdisziplin des Militärischen Fünfkampfs sicherlich zu den härtesten Herausforderungen im Sport überhaupt. Die 20 Hindernisse auf 500 m sind vom Energiestoffwechsel her (anaerob laktazid) vergleichbar mit einem 800m Lauf. Jedoch ist die Hindernisbahn fordernder, da ständige Rhythmuswechsel, hohe Sprünge und der hohe
2Krafteinsatz des ganzen Körpers zur Hindernisüberwindung (z.B. 20 m Kriechhindernis) die Atmung behindern und eine extrem hohe Säurebelastung in allen Muskelgruppen erzeugen. Dazu kommt die Notwendigkeit eine gewisse Pace aufrecht zu erhalten, da ansonsten das Überwinden der Hindernisse teilweise gar nicht möglich wäre (z.B. Löwengrube). Während man in reinen Laufdisziplinen bei hohen Laktatwerten zwangsweise in einen kleineren Schritt verfällt und damit langsamer wird, muss zur Hindernisüberwindung teilweise beschleunigt werden. Bereits die körperlichen Grundvoraussetzungen verlangen von einem Fünfkämpfer sehr viel. Um z.B. die vielen hohen Sprünge zu ertragen - der höchste aus 5 m Höhe! - sind eine starke Rumpfmuskulatur allein schon zur Verletzungsprophylaxe absolut notwendig. Die Hindernisbahn ist nicht nur punkto Zuschauerattraktivität, sondern auch für die Sportler einmalig spannend und interessant. Das Verfeinern und Perfektionieren der Hindernistechnik, sowie die Ästhetik aber auch die enorme Athletik der ganzen Disziplin sind faszinierend.
Das Hindernisschwimmen
Distanz: Hindernisse:
Weltrekord: Ö-Rekord:
50 m 4 Stk, zu untertauchen und zu überklettern 23,8 23,8 (Koidl Harald)
Das Hindernisschwimmen erfordert in erster Linie Hindernistechnik und Schnellkraft kombiniert mit Gleitvermögen und Schwimmtechnik. Aufgrund der hohen Kraftanforderungen sind auch gute Schwimmer nicht a priori schneller als ein schnellkräftiger Fünfkämpfer mit guter Hindernistechnik. Speziell das Überwinden des 50 cm über dem Wasser liegenden Tischs bietet anfänglich einige Probleme. Die kurze Sprintdistanz von 50 m verlangt auch absolute Konzentration und punktgenaue Leistungsbereitschaft für den einzigen und entscheidenden Durchgang. Die Reihenfolge und Toleranzen der Hindernisse sind vorgegeben. Möglich ist auch die Ausführung in einem 25 m Becken, wo der Tisch (3. Hindernis) am Beckenrand angebracht ist und gleichzeitig Wendepunkt darstellt. Gestartet wird auf 2 Bahnen, mit ungefähr gleich starken Athleten gegeneinander.
Das Werfen
1. TeilZielwurf (16 Wurfkörper) Distanz:je 4 auf 20/25/30/35 m
Wurfkörper: genormt, 550 g 2. TeilWeitwurf
3 Würfe, der weiteste zählt Weltrekord:216,3 P (136/80,3)
Ö-Rekord:206,6 P (136/70,6) (Reins Eitel)
Das Werfen wird normalerweise als vierte Disziplin eines Fünfkampfs durchgeführt und meist gleichzeitig auf 3- 4 Wurfständen. Der Wurfstand ist durch eine 2 m lange Anlauffläche und eine brusthohe Mauer begrenzt. Nebst Konzentration und Koordination muss beim Werfen - im Gegensatz zum Schiessen - ein hoher Muskeltonus für die erforderliche Schnellkraftleistung verfügbar sein. Werfen allgemein gehört zu den koordinativ anspruchsvollsten Bewegungsmustern im Sport. Der Zielwurf im Militärischen Fünfkampf mit den 550 g Wurfkörpern (Frauen 350 g) gehört zu den schwierigsten Wurfformen überhaupt: nirgendwo sonst ist beim Werfen eines relativ schweren Gewichts eine feinmotorische/koordinative Leistung zum Treffen eines Zieles erforderlich, da überall (z.b. Speer, Hammer, Diskus) lediglich Sektoren einzuhalten sind. Die Wurftechnik beim Weitwurf hingegen ist ziemlich gut mit der letzten Anlaufphase eines Speerwerfers vergleichbar, da der Anlauf auf 2 m beschränkt ist.
Der Geländelauf
Distanz: Höhendifferenz: Weltrekord: Ö-Rekord:
8000 m bis 150 m 25:02,0 25:50,0 (Köck Dietmar)
Im krassen Gegensatz zur Hindernisbahn steht der 8 km Crosslauf, also entsprechend einer Langstrecke in der Leichtathletik. Militärische Fünfkämpfer sind wohl die einzigen Leichtathleten, welche sowohl Mittel- als auch Langstrecke im selben Wettkampf laufen müssen. Von der zeitlichen Belastung und damit der Energiebereitstellung her sind Hindernisbahn und 8 km Crosslauf mit einem 800 m Lauf bzw. einem 10'000 m Lauf vergleichbar. Bei den Frauen fällt der Distanzunterschied etwas weniger extrem aus, da sie nur 4000 m laufen. Der Lauf wird immer als letzte Disziplin in derGundersen-Methode durchgeführt. Der Führende aus den ersten 4 Disziplinen startet zuerst und alle weiteren werden mit dem entsprechenden Zeitrückstand (Wertungspunkte = Sekunden) auf die Verfolgung geschickt. Damit wird der zuerst ins Ziel Einlaufende auch gleichzeitig der Sieger des Wettkampfs, muss aber nicht unbedingt Gewinner des Crosslaufs sein.
Der Militärische Fünfkampf